#Briefmarken aus 3.100 recycelten PET-Flaschen

Die Philatelie der Liechtensteinischen Post macht mit einer aus recycelten PET-Flaschen hergestellten Briefmarke auf das überbordende Problem Plastik aufmerksam.


Für die Herstellung der selbstklebenden Globus-Marke wurden 3.100 PET-Flaschen zu drei Mio. Meter hochwertigem Polyestergarn verarbeitet. "Mit der Marke, die ab 7. September verkauft wird, möchte die Philatelie Liechtenstein auf das Thema Umweltschutz und insbesondere die Rückgewinnung von Wertstoffen aus Abfällen aufmerksam machen", so Philatelie-Liechtenstein-Chefin Christine Böhmwalder.


PET-Marke enthält auch Österreich


Hergestellt wird das innovative Postwertzeichen von der Stickerei Hämmerle & Vogel in Lustenau, Österreich. "Mit diesem Unternehmen blicken wir auf eine erfolgreiche Kooperation zurück. Zum 300. Geburtstag des Fürstentums erschien im Januar 2019 eine goldbestickte Briefmarke in Form einer Krone", so Böhmwalder.

Die Herstellung der Recycling-Marke ist allerdings deutlich aufwendiger: Zunächst wurden die 600-Milliliter-PET-Flaschen zu gereinigten Flocken verarbeitet, dann wurde daraus ein neues, hochwertiges Polyestergarn erzeugt. Jede Marke besteht aus 75 Meter Faden.


"Bei einer Auflage von 40.000 Stück sind das drei Mio. Meter Polyesterfaden. Das ist genug, um die Außengrenze des Fürstentums Liechtenstein 40 Mal zu umranden." "Beeindruckend ist übrigens auch ein Vergleich des Arbeitsaufwandes", erklärt Böhmwalder. Während die Stickmaschine mit über einer Mio. Umdrehungen die Auflage in kürzester Zeit fertigte, würde eine einzige Handstickerin dafür ungefähr 25 Jahre benötigen."


Kulturgut mit Erfolg und Zukunft


Im Fürstentum spielen Briefmarken, die seit Jahrzehnten wegen der hochwertigen Designs und dem aufwendigen Druckverfahren inzwischen weltberühmt sind, immer noch eine zentrale Rolle, erklärt Böhmwalder. "Briefmarken werden bei uns gelebt. Da steht auch das Land dahinter." So wird ein Großteil der Post im Land immer noch mit Briefmarken frankiert.


Laut Böhmwalder sieht gerade in Corona-Zeiten wieder neue Chancen für dieses Hobby. "Natürlich haben wir wegen der fehlenden Touristen Verkaufseinbußen erlitten, aber wir arbeiten daran, neue Wege zu gehen und den kulturellen Wert der Briefmarken wieder in den Vordergrund zu stellen. Dazu setzen wir auch auf Aktivitäten wie etwa den Tag des Briefeschreibens oder den Tag der Postkarte."


Die Philatelie-Liechtenstein als Teil der Liechtensteinischen Post AG beschäftigt derzeit 18 Mitarbeiter und hat 2019 einen Nettoumsatzerlös von 6,18 Mio. Franken erwirtschaftet. Die Nettoumsatzerlöse 2018 betrugen 3,45 Mio. Franken. Sondereditionen mit Münzen und Briefmarken zum 300-jährigen Bestehen des Fürstentums sorgten für diese Steigerung.

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