#Corona: Diabetes bei Kindern zu spät erkannt

Klarer Anstieg der lebensbedrohlichen Stoffwechselentgleisung Ketoazidose von März bis Mai.



Während der ersten zwei Monate der Corona-Pandemie in Deutschland ist Diabetes Typ I bei Kindern und Jugendlichen oft erst mit deutlicher Verzögerung diagnostiziert worden - mit zum Teil lebensbedrohlichen Folgen. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie unter Beteiligung der Universität Gießen. Details wurden im "Journal of the American Medical Association" publiziert.


532 Heranwachsende untersucht


Laut den Experten gab es in dem Zeitraum deutlich mehr Fälle von diabetischer Ketoazidose. Dabei handelt es sich um eine akute lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung, die bei Insulinmangel auftritt und meist mit einer verspäteten Diagnose von Diabetes mellitus Typ 1 einhergeht. Konkret wurden Daten aus dem deutschen Register der Diabetes-Patienten-Verlaufsdokumentation von 532 Kindern und Jugendlichen analysiert, bei denen zwischen dem 13. März und dem 13. Mai die Diagnose eines Diabetes mellitus Typ 1 neu gestellt wurde.


Die beobachteten Häufigkeiten von diabetischer Ketoazidose wurden mit den gleichen Zeiträumen der Jahre 2018 und 2019 verglichen. Von den aktuellen Patientinnen und Patienten hatten 45 Prozent zum Zeitpunkt der Diagnose schon eine Stoffwechselentgleisung, während der Anteil in den Zeiträumen 2018 und 2019 nur bei 24 beziehungsweise 25 Prozent lag.


Dies entspricht einem durchschnittlichen Anstieg von 85 Prozent. Das höchste Risiko hatten jüngere Kinder unter sechs Jahren: Bei ihnen verdoppelte sich während der Corona-Pandemie das Risiko für eine Stoffwechselentgleisung zum Zeitpunkt der Diagnosestellung.


Quelle: pte

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