• Rocco Clark

#Corona: Kommen strengere Maßnahmen auch in Sachsen-Anhalt?

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne: "Wir nachjustieren, ein einfach ´Weiter so nach Plan´ kann und darf es nicht geben“.


In Bayern liegt nach Angaben des RKI am Montagmorgen die Sieben-Tage-Inzidenz bei 176,3. Die Zahlen sind einfach zu hoch, sie müssen runter", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Sonntagnachmittag nach einer Sondersitzung seines Kabinetts.


Neben den bisherigen Bestimmungen habe man zehn Punkte im Kabinett vereinbart: Zunächst rufe man erneut den Katastrophenfall aus, so Söder. Der CSU-Chef kündigte zudem an, eine allgemeine Ausgangsbeschränkung für ganz Bayern vorzuschlagen. Das sei ähnlich geregelt wie im Frühjahr.


- Werbung -

Man dürfe das Haus nur noch "aus triftigem Grund" verlassen. In Hotspots ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 soll zudem von 21 bis 5 Uhr eine Ausgangssperre gelten. Eine Ausnahme der strikten Kontaktbeschränkungen soll es nur zu Weihnachten, aber nicht wie bisher geplant zu Silvester geben, fügte der Regierungschef hinzu.


An den Schulen soll es mehr Distanz- sowie Wechselunterricht geben. Geschäfte sollen geöffnet bleiben, wobei allerdings strengere Kontrollen vorgesehen sind. Auf öffentlichen Plätzen ist ein Alkoholverbot geplant.


Die weiteren Beschlüsse betreffen unter anderem Besuchsregelungen in Alten- und Pflegeheimen, wobei eine Limitierung sowie mehr Tests vorgesehen sind, sowie den Einsatz von Bundeswehr und Polizei in Hotspots. Zudem rief Söder die Arbeitgeber dazu auf, ihren Angestellten nach Möglichkeit das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen. Der Bayerische Landtag soll sich am Dienstag mit den neuen Regelungen befassen - sie sollen ab Mittwoch bis zum 5. Januar gelten.


Auch Sachsen-Anhalt zeigt sich offen für weitere Verschärfungen. "Die Covid-19-Infektionszahlen befinden sich in Sachsen-Anhalt auf einem leicht steigenden Plateau, trotz der verhängten Eindämmungsmaßnahmen für den Dezember. Sachsen-Anhalt muss wieder unter den 7-Tages-Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen/100.000 Einwohner kommen. Das ist nach aktuellen Vorausberechnungen in den nächsten Tagen nicht zu erwarten. Derzeit liegt der Wert mehr als doppelt so hoch. Hier müssen wir nachjustieren, ein einfach ´Weiter so nach Plan´ kann und darf es nicht geben“, sagt Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne auf HASHTAG MAGAZIN-Anfrage.


Dabei gehe es in erster Linie um die Kontaktbeschränkungen. Dazu möchte Grimm-Benne morgen im Kabinett Vorschläge zur Abwägung unterbreiten: Dazu zählt, nach Ablauf der Verordnung am 20. Dezember die aktuelle Kontaktbeschränkung auf 5 Personen bis ins kommende Jahr zu verlängern und lediglich über die Weihnachtsfeiertage vom 24. bis 27. Dezember auf bis zu zehn Personen zu erhöhen.


Derzeit liegt die 7-Tages-Inzidenz in Sachsen-Anhalt bei 110,2.


Bouffier für Ausgangssperren in Corona-Hotspots


Auch Hessens Ministerpräsident, Volker Bouffier (CDU), hat sich offen für härtere Anti-Corona-Maßnahmen gezeigt. "Ich glaube, wir werden auch zur Ausgangssperre kommen müssen. Wir werden manches verbieten müssen - zum Beispiel Alkoholverkauf oder Alkoholnutzung in der Öffentlichkeit", sagte Bouffier dem ARD-Hauptstadtbüro im "Bericht aus Berlin".


Allerdings wendet sich Bouffier gegen die vom bayerischen Ministerpräsidenten Söder angekündigten landesweiten Ausgangssperren. "Wenn ich unser Bundesland nehme, dann haben wir in Offenbach eine sehr hohe Inzidenz, in anderen Gegenden nicht. Da macht es ja keinen Sinn, landesweit so etwas zu machen", sagte er.


"Die Geschäfte sollten nach Weihnachten geschlossen werden"


Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach verlangt ein weiteres Krisentreffen von Bund und Ländern. "Wir brauchen eine Konferenz der Länderchefs in dieser Woche. Sonst sterben bis Ende Januar 25.000 Menschen. So ein Fest will keiner", sagte