#CoronaKrise: Kinderkrankengeld wird zur Ausnahme

Rückgang während der Pandemie-Hochphase um rund 80 Prozent



Homeoffice und Kurzarbeit – in der Hochphase der Corona-Krise mussten sich so wenige berufstätige Eltern frei nehmen wie lange nicht mehr, um ihren kranken Nachwuchs zu betreuen. Laut Daten der Kaufmännische Krankenkasse sank die Quote bei Müttern und Vätern im Lockdown-Monat April 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 80 Prozent. In den Vormonaten Januar, Februar und März 2020 hingegen blieb die Anzahl der Tage, an denen Eltern Kinderkrankengeld von der Krankenkasse erhielten, im Vergleich zu 2019 nahezu gleich.


Mehr Homeoffice in Niedersachsen, mehr Systemrelevanz in Rheinland-Pfalz?


Abgesehen von Kurzarbeit und einer geringeren Ansteckungsgefahr aufgrund geschlossener Kitas und Schulen ermöglichten in einigen Bundesländern offenbar mehr Unternehmen die Arbeit im Homeoffice als in anderen Regionen, so etwa in Niedersachsen: Nirgendwo sank die Kinderkrankengeld-Quote im April 2020 so drastisch wie zwischen Nordsee und Harz (minus knapp 90 Prozent), gefolgt von Hamburg mit minus 87,5 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern mit minus rund 86 Prozent.


In Rheinland-Pfalz (minus 55,5 Prozent) und Bayern (minus knapp 69 Prozent) registrierte die Krankenkasse hingegen den geringsten Rückgang im Ländervergleich. Dort gab es offenbar mehr Eltern, die in systemrelevanten Berufen beziehungsweise in Jobs arbeiten, die kein Homeoffice zulassen oder keine Kurzarbeit erforderten. Diese Mütter und Väter mussten wie bereits vor der Krise dem Arbeitsplatz fern bleiben und Kinderkrankengeld beantragen, um den Nachwuchs zu Hause betreuen zu können.


Nach überwiegend guten Erfahrungen in der Lockdown-Phase werden viele Unternehmen auch künftig verstärkt auf Homeoffice-Lösungen setzen – zum einen aus ökonomischen Gründen, zum anderen könnte sich dadurch aber auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nachhaltig verbessern und weniger Kinderkrankengeld-Anträge notwendig machen.


Quelle: KKH

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