#Coronapandemie: Christopher Street Day Halle (Saale) 2020 mit Alternativkonzept

Aktualisiert: Juni 28

Die Vorstände der AIDS-Hilfe Halle/Sachsen-Anhalt Süd e.V. und des BBZ „lebensart“ e.V. haben in einer Pressemitteilung am 10. Juni 2020 über den diesjährigen Christopher Street Day (CSD) in Halle und dessen Umsetzbarkeit auch mit Kooperationspartner_innen und Interessierten diskutiert.


Foto: Unsplash (Jana Sabeth)

Gemeinsam sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass es in der derzeitigen Situation unverantwortlich wäre, den CSD in Halle in diesem Jahr wie gewohnt stattfinden zu lassen. Wir möchten diese Entscheidung in dieser Pressemitteilung ausführlich erläutern und um Verständnis sowie Unterstützung für diesen Entschluss bitten.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Covid-19-Pandemie und der Verordnungen zur Eindämmung des Virus, rechnen wir bei einer regulären Durchführung des CSDs am 12. September 2020 (Demonstration und Straßenfest) mit zahlreichen Auflagen, die die Durchführung verunmöglichen würden und die wir organisatorisch nicht stemmen könnten (Abstandsgebot, detaillierte Teilnehmer_innenlisten u.v.m.). Außerdem dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, dass hierzulande bereits über 8.000 Menschen an den Folgen einer Coronaerkrankung verstorben sind. Auch wenn uns die Entscheidung nicht leicht gefallen ist, tragen wir als Veranstalter_innen die Verantwortung für die Besucher_innen des CSDs. Berücksichtigt haben wir in diesem Zusammenhang auch, dass viele unserer Besucher_innen zu einer der Corona-Risikogruppen gehören.


Foto: Unsplash (fa1998)

Wir möchten daher der Pandemie im Rahmen unseres CSDs keine zusätzliche Möglichkeit zur Ausbreitung bieten und mit unserem Entschluss weiteren unnötigen Infektionen, schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen entgegenwirken. Bei unseren Überlegungen gehen wir von der aktuellen Lage sowie vom heutigen Erkenntnisstand aus. Da der CSD eine große Vorlaufzeit in Bezug auf die Planung, Umsetzung und Evaluierung benötigt, sind wir gezwungen bereits jetzt eine Entscheidung zu fällen. Zudem wurden bereits viele Anfragen verschickt, Anträge gestellt und Verträge geschlossen, deren Rückgängigmachung zusätzliche Zeit in Anspruch nimmt. Auch wenn wir selbstverständlich nicht wissen können, wie das Infektionsgeschehen und die entsprechenden Verordnungen im September aussehen werden, brauchen wir heute eine langfristige Planungssicherheit, um die vielen komplexen Vorgänge ordentlich bewerkstelligen zu können.

In einer gemeinsamen Beratung wollen wir folgenden Alternativvorschlag für den diesjährigen CSD unterbreiten: Unter dem Projekttitel „Wir tauchen Halle in Regenbogenfarben“ wollen wir am 12. September 2020 eine äußerst öffentlichkeitswirksame Aktion starten, die unser Anliegen und unser Motto „Vielfalt ohne Alternative!“ an diesem Tag in den Mittelpunkt rücken soll. Die Stadt Halle soll durch eine Vielzahl von Aktionen bunt werden. Eine Sichtbarkeit von Regenbogenfarben in der ganzen Stadt verdeutlicht dabei die Anliegen der LGBTIQ-Community.

Auch im Vorfeld des CSD wird es wieder eine Pride-Week geben. Unter Einhaltung von Sicherheitsabständen und Hygienebestimmungen wird eine Vielzahl kleinerer Veranstaltungen stattfinden. Eine Übersicht aller geplanten Veranstaltungen veröffentlichen wir natürlich unter Homepage: www.csdhalle.de.

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