• Rocco Clark

#Depression treibt Frauen zu Tinder & Co.

An Depressionen und sozialen Angstgefühlen leidende Frauen nutzen deutlich eher Dating-Apps wie Tinder.

Diese Symptome wirken sich auch auf die Bereitwilligkeit aus, diese Anwendungen ernsthaft zu verwenden. Während Männer mit Depressionen mit ihren Matches eher keinen Kontakt suchen, tun Frauen das gerade in diesem Fall, wie eine Studie der Ryerson University zeigt.


"Frauen hoffnungsvoller"


"Meistens sind Frauen hoffnungsvoller als Männer. Bei ihnen fällt die Versagensangst weniger ins Gewicht. Frauen sehen Apps wie Tinder oft als die größere Chance, aus ihrem Tief herauszukommen. Dagegen ziehen sich Männer immer noch eher in das Klischee des 'einsamen Wolfes' zurück", erläutert Psychologin Gerti Senger.


Die Forscher haben eine Reihe von Umfragen unter 374 Teilnehmern durchgeführt. Dabei haben sie einen Zusammenhang zwischen der Intensität der Nutzung von Dating-Apps und Anzeichen von Depressionen und Angstzuständen festgestellt. Koautor Martin Antony sieht darin ein Bedürfnis nach sozialer Nähe, das durch Technologie befriedigt werden soll. Vor allem in Zeiten des Social Distancing könne dieses Verhalten noch intensiver werden.


Männer sind unnahbarer


Männer mit Symptomen von Angstzuständen und Depressionen benutzen Anwendungen wie Tinder nicht intensiver. Sie geben sich auf den Apps deutlich unnahbarer als Frauen und kommunizieren mit ihren Matches oft nicht. Frauen kommen mit ihrem romantischen Gegenüber ins Gespräch, egal ob sie unter Depressionen leiden oder nicht.


"Viele Frauen sind auch kommunikativ begabter als Männer. Selbst in einer Depression können sie noch gut mit anderen in Kontakt treten und Small Talk betreiben. Sie haben auch andere Erwartungen als Männer. Bei Dating-Apps geht es ihnen häufig nicht um die große Liebe, sondern darum, jemanden zum Reden zu finden. Männer verfolgen dieses Ziel seltener", so Senger.

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