• Keven Nau

#Flutkatastrophe: Aufräumarbeiten gehen weiter

Nach der Flutkatastrophe in Westdeutschland gehen die Aufräumarbeiten auch am Montag weiter. Experten erwarten, dass sie noch Wochen andauern werden. Nach mehreren Spitzenpolitikern will zum Wochenbeginn auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die Katastrophengebiete besuchen.

Foto: Land NRW / Ralph Sondermann
Foto: Land NRW / Ralph Sondermann


Er wird unter anderem an der gefährdeten Steinbachtalsperre im nordrhein-westfälischen Kreis Euskirchen erwartet. Der Kreis hatte am Sonntagabend mitgeteilt, dass die Situation "stabil, aber weiterhin nicht unkritisch" sei. Im Laufe des Vormittags soll entschieden werden, ob eine Rückkehr in die evakuierten Gebiete für die Anwohner wieder möglich ist.


Am frühen Nachmittag wird Seehofer dann im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz erwartet. Neue Todesfälle wurden in Deutschland in der Nacht zum Montag nicht gemeldet. Die Polizei Koblenz meldete bis Montag 117 Tote, fast 750 Menschen seien verletzt worden. Weiterhin seien "unzählige Einsatzkräfte" im Ahrtal unterwegs, um zu retten, zu helfen und zu bergen. Akute Unwetter-Gefahr besteht in Westdeutschland aktuell nicht mehr.


Auch im südlichen und östlichen Oberbayern entspannte sich die Hochwasserlage zuletzt. Während die Aufräumarbeiten weiter laufen, wird politisch bereits über Konsequenzen für den Katastrophen- und Klimaschutz diskutiert. "Welche Folgen Zaudern und Zögern beim Klimaschutz haben kann, führt uns die dramatische Situation in den Hochwasserregionen eindringlich vor Augen", sagte zum Beispiel Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Alle politisch Verantwortlichen wüssten, wie man beim Klimaschutz schneller vorankommen könne. Der klimapolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Lukas Köhler, forderte bessere Vorsorgemaßnahmen. Neben der sofortigen Hilfe und den notwendigen Anstrengungen, den Klimawandel aufzuhalten, müsse auch eine "starke Anpassungsstrategie" stehen, sagte er dem RND. Dazu gehörten etwa Frühwarnsysteme, leistungsfähigere Abwassersysteme und Überflutungsflächen oder auch besseren Versicherungsschutz. Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock forderte unterdessen, den Hochwasserschutz an einer extremen Erderwärmung auszurichten. "Die Klimawissenschaft kann sehr genau berechnen, was in den nächsten Jahren passieren wird", sagte sie dem "Spiegel". Viele Städte und Gemeinden bräuchten Geld von Bund und Ländern: "Kommunen dürfen nicht vor die Wahl gestellt werden, einen Stadtteil wiederaufzubauen oder eine geplante Kita zu errichten oder eine Talsperre anzupassen."