• Rocco Clark

#Lockdown: Kanzlerin fordert Verschärfung

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat für eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen im Rahmen eines harten Lockdowns geworben.


Bild: Shutterstock

Man tue gut daran, die entsprechenden Empfehlungen der Leopoldina ernstzunehmen, sagte Merkel am Mittwoch im Bundestag. Man müsse alles tun, damit man nicht wieder in ein exponentielles Wachstum komme.


Die seit Anfang November geltenden Kontaktbeschränkungen hätten nicht zu einer "Trendumkehr" geführt. Die Infektionszahlen seien weiter zu hoch. Eine weitere Reduzierung der Kontakte sei nötig.


"Weil die Zahlen so sind, wie sie sind, müssen wir etwas tun - und zwar Bund und Länder gemeinsam", so Merkel. Bisher gilt in den meisten Bundesländern noch der sogenannte "Lockdown light". Für nachhaltig sinkende Infektionszahlen hatte dieser bisher aber nicht gesorgt.


Zuletzt waren die täglich vom Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldeten Zahlen sechs Tage in Folge höher als jeweils sieben Tage zuvor. Am frühen Mittwochmorgen waren es 20.815 Neuinfektionen und damit 20,5 Prozent mehr als am Mittwochmorgen vor einer Woche. Bei den gemeldeten Todesfällen wurde zudem mit 590 binnen 24 Stunden ein neuer Höchstwert seit Beginn der Pandemie erreicht.


Als erstes Bundesland war Sachsen am Dienstag vorgeprescht und hatte aufgrund der sich weiter zuspitzenden Infektionslage einen harten Lockdown ab Montag verkündet. Es wird erwartet, dass weitere Bundesländer nachziehen könnten.


Gesundheitsminister mahnt Länder zu strengerer Corona-Eindämmung


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Länder mit hohen Corona-Zahlen zu strengeren Eindämmungsmaßnahmen aufgerufen. "Früh und hart eindämmen wirkt", sagte der CDU-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Und weiter: "Ausgehbeschränkungen, Wechselunterricht für die Schulen, Alkoholausschankverbote: Die Instrumente für ein regional angepasstes Vorgehen liegen alle auf dem Tisch. Sie müssen konsequent angewendet werden." Dass Bayern und Sachsen bereits härtere Maßnahmen beschlossen hätten, sei "absolut richtig". Zu den erforderlichen Maßnahmen "gehören auch Stichprobenkontrollen an den Grenzen zum Ausland, um unnötige Grenzübertritte und damit das Einschleppen des Virus zu unterbinden", so der Minister.


"Viele innerdeutsche Corona-Hotspots sind auch auf hohe Infektionszahlen in Nachbarländern zurückzuführen. Das gilt für Sachsen und Bayern. Der Tagesausflug oder Einkaufstrip ins Nachbarland, das ist derzeit leider nicht möglich."



Um die Ansteckungsgefahr im privaten Bereich zu minimieren, könne womöglich auch Gurgeln helfen. "Wissenschaftlich belegt ist das noch nicht. Aber die Idee dahinter ist, dass Gurgeln mit Mundspülungen aus in Alkohol gelösten ätherischen Ölen oder sogar Kochsalz die Viruslast im Mund-und-Rachen-Raum senken soll", sagte der Minister und bekannte in der NOZ: "Ich gurgele ohnehin regelmäßig."


Eine explizite Gurgel-Empfehlung wie die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene wollte Spahn zwar nicht aussprechen, das müsse letztlich jeder selbst wissen. "Aber schaden tut es sicher nicht", sagte er. Zudem warb Spahn für die Einhaltung einer einfachen Faustregel: "Verhalte dich so, als hättest du Corona: Dann hält man doch ganz automatisch Abstand und ist insgesamt vorsichtiger." An Familien appellierte Spahn, zu Weihnachten auch auf innerdeutsche Reisen zu verzichten. "Den Ort der Familienfeier in das Bundesland mit den großzügigsten Regeln zu legen, fände ich nicht richtig. Denn auch innerhalb der Familien kann Covid-19 ganz schnell gefährlich werden", sagte der Minister und ergänzte: "Ich werde Weihnachten zum ersten Mal, seitdem ich denken kann, nicht mit Eltern und Geschwistern gleichzeitig zusammenkommen. Das ist sehr schade. Aber es hilft, das Virus in Schach zu halten."

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