• Hashtag Magazin-Team

#Mozilla: Kummerkasten für YouTube-Beschwerden

Der US-Tech-Riese Mozilla will mit seiner Browser-Erweiterung "RegretsReporter" Anwender vor schädlichen YouTube-Empfehlungen schützen.


Foto: unsplash.com/nordwood

Der Algorithmus der Video-Plattform legt Usern oft Videos nahe, die zwar vage mit ihren Lieblingsinhalten verwandt, jedoch verstörend oder irreführend sind. RegretsReporter-Nutzer können Mozilla über solche Erfahrungen berichten, wodurch das Unternehmen Fehler im YouTube-Algorithmus aufdecken will.


"YouTube zu wenig beachtet"


"So viel Aufmerksamkeit geht an Facebook, wenn es um Fehlinformation geht - verdientermaßen. Aber es gibt andere Elemente im digitalen Ökosystem, die zu wenig beachtet werden, darunter YouTube. Wir haben uns angesehen, wie die Plattform nach eigenen Angaben Inhalte untersucht und wie der Algorithmus funktioniert. Laut YouTube gab es hier Fortschritte, aber bislang war es nicht möglich, diese Behauptung zu verifizieren", erläutert Ashley Boyd, Vice President of Advocacy and Engagement bei Mozilla.


Im vergangenen Jahr hat Mozilla Berichte von YouTube-Usern gesammelt und festgestellt, dass viele von den Empfehlungen verstörend waren. Beispielsweise kann die Plattform bei Suchen nach lustigen Pannen-Videos auch explizite Aufnahmen von Verkehrsunfällen vorschlagen. Bei der Suche nach Videos über Wikinger kann der Algorithmus schnell rassistische Propaganda empfehlen.


Die für Firefox und Google Chrome kostenlos erhältliche Erweiterung RegretsReporter ermöglicht es, solche Erlebnisse zu melden.


Bericht auf Basis von Beschwerden


Nach dem Download zeigt YouTube in der Adresszeile ein unglückliches rotes Smiley-Gesicht an. Mit einem Klick darauf können User das momentane Video melden sowie die Empfehlungen, die sie dazu geführt haben. Anwender können Mozilla weitere Details schicken. Diese Daten will das Unternehmen über den Zeitraum von sechs Monaten sammeln und YouTube schließlich einen darauf basierenden Bericht senden.


Laut Mozilla schützt RegretsReporter die Privatsphäre von Anwendern. Die Berichte stehen mit automatisch erstellten, anonymen User-Profilen in Verbindung, nicht mit ihren YouTube-Accounts. Die Beschwerden der Nutzer sollen YouTube dazu bringen, den Algorithmus zu verbessern und Empfehlungen sicherer zu machen.


Die Videoplattform stellt jedoch die Methode infrage und meint, es wäre schwer zu definieren, was einen "bedauernswerten" Vorschlag ausmacht.

Abonnieren Sie unseren Newsletter