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#RiesterReform: Verbraucherzentralen gegen Unions-Konzept

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen lehnt die Pläne der Union für eine Reform der Riester-Rente strikt ab. "Die Vorschläge von CDU und CSU tragen eindeutig die Handschrift der Versicherungswirtschaft", sagte Verbandschef Klaus Müller dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Samstagausgaben).


Der Versicherungsbranche gehe es lediglich darum, die "Subventionsmaschine Riester" mit zusätzlichem Steuergeld wieder zu beleben, um ineffiziente Verträge verkaufen zu können.


"Mehr Riester-Förderung und weniger Garantie sind ein trojanisches Pferd für die Verbraucher", warnte Müller. "Die Bundesregierung darf diesem Lobbydruck nicht nachgeben, sondern muss die Weichen für einen Neuanfang durch ein öffentlich organisiertes Vorsorgeprodukt stellen." Gerade während der Coronakrise, durch die bei vielen Verbrauchern das Geld knapper werde, müsse jeder Euro, der in die Altersvorsorge fließt, "zu 100 Prozent richtig angelegt" sein, so der Verbandschef.


Das Unions-Konzept sieht unter anderem vor, die staatliche Förderung auch auf Selbstständige auszudehnen. Zudem soll die Kapitalgarantie fallen, wodurch eine stärkere Anlage in Aktien ermöglicht wird. Bisher müssen die Versicherer bei der Riester-Rente gewährleisten, dass zum vereinbarten Rentenbeginn 100 Prozent des Bruttobeitrages plus die staatlichen Zulagen dem Sparer erhalten bleiben.


Darüber hinaus fordert die Union, die Förderung stark zu vereinfachen, unter anderem durch die Abschaffung des bisherigen Steuervorteils zugunsten höherer Zulagen. Die Verbraucherschützer lehnen diese Pläne jedoch ab. Eine Absenkung der Kapitalgarantie auf 70 bis 80 Prozent führe nicht zu höheren Renten für die Verbraucher, sondern zu höheren Verwaltungskosten, kritisierte der Bundesverband Verbraucherzentralen in einem Forderungskatalog, über den die RND-Zeitungen berichten.


Untersuchungen der Stiftung Warentest hätten gezeigt, dass Anbieter die höhere Freiheit durch eine verminderte Garantie nicht primär dazu nutzen, eine höhere Rendite für Verbraucher zu erzielen, sondern höhere Kosten einzupreisen. Der Verband argumentierte zudem, eine Erhöhung der Zulagenförderung würde den Vertrieb teurer und unrentabler Verträge weiter erleichtern. "Bereits heute wird die Förderung vielfach zum Vertrieb überteuerter Verträge missbraucht", heißt es in dem Papier. Ein derartiger "steuerfinanzierter Renditeschwindel" müsse beendet statt ausgeweitet werden.


Der Verband wiederholte hingegen seinen Vorschlag für eine "Extrarente". Dabei soll die Geldanlage zentral durch eine öffentlich-rechtliche Institution organisiert werden, die nicht gewinnorientiert arbeitet und so das Vorsorgesparen zu günstigen Konditionen anbieten könnte.

Mit Material der dts-Nachrichtenagentur

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