• Keven Nau

#Spahn: "Mehr als genug" Schnelltests vorhanden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Kritik an seinem Krisenmanagement zurückgewiesen.


Es seien "mehr als genug" Schnelltests vorhanden, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin. "Es scheitert ja nicht an der Zahl der verfügbaren Tests, sondern die Infrastruktur wird jetzt in den nächsten Tagen ausgebaut."


In einigen Ländern und Landkreisen sei das schon am Montag gelungen, einige weitere würden in den kommenden Tagen folgen. Dann habe man eine "breite Testinfrastruktur" für die Bürger. Zum Thema Impfungen sagte Spahn, dass man in der Gruppe der über 80-Jährigen bereits erste Erfolge sehe.


Er warnte allerdings vor zu hohen Erwartungen zum Beginn der Impfungen durch die Hausärzte ab April. "Die Impfmengen werden nicht gleich auf 20 Millionen im Monat oder gar auf zehn Millionen in der Woche wachsen", so der CDU-Politiker. "Im April wird es deutlich mehr Impfungen geben, aber noch nicht in der Größenordnung."



Unterdes fordert der Bundesvorsitzende des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, eine Abweichung von der starren Impfreihenfolge. "Wir brauchen mehr Tempo beim Impfen. Drei Millionen Dosen liegen ungenutzt in den Impfzentren herum", sagte Weigeldt der "Bild".


Und dennoch werde starr an der Impfreihenfolge festgehalten, unabhängig davon, ob die Menschen ihre Termine verstreichen lassen oder nicht. "Und die Länder blockieren", fügte er hinzu. Weigeldt verlangte, die Hausärzte schneller einzubeziehen und Impfstoff jetzt in die Praxen zu schicken.


Zugleich sprach sich der Mediziner für Abweichungen von der Impfreihenfolge aus. "Die Priorisierung war sinnvoll und vernünftig, um insbesondere den besonders gefährdeten Menschen in den Pflegeheimen eine schnelle Impfung zu ermöglichen. Selbstverständlich halten wir uns als Leitlinie weiterhin an die Priorisierung auch beim Impfen in den Praxen."

Wenn es Abweichungen gebe, seien diese "flexibel, begründet und pragmatisch". Weigeldt warnte Politiker wie den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach davor, Hausärzte deshalb "unter den Generalverdacht von Schummelei und Vetternwirtschaft" zu stellen. Das sei "perfide".

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